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Sabine Franzelius schreibt über ihre Erfahrungen, mit der Theatergruppe “Die Grünen Bananen” während der Corona-Pandemie.

Vor langer, langer Zeit in einer großen Stadt. Eine Theatergruppe mit dem lustigen Namen” die Grünen Bananen”. Das war eine witzige Truppe. Die Schauspielerinnen und Schauspieler, sogenannte Laienschauspieler, weil keiner ein jahreslanges Schauspielstudium absolviert hatte. Sie wurden von zwei netten und total erfahrenen Schauspielerinnen, mit den wundervollen Namen Naemi und Bettina, geleitet. Das Trommeln übernahm ein gestandener Schlagzeuger und Trommler. Burchard, so hieß er wohl, brachte Schwung in die Truppe.

Die beiden versuchten ihre Vorstellungen von interessanten Theaterrollen in den altersmäßig buntgewürfelten Haufen zu bringen. Es gab keine Textvorgaben, nur Textideen, keiner wusste was am Ende dabei zustande kommt. Alle waren mit Eifer dabei aus den Ideen ein inhaltsreiches Theaterstück entstehen zu lassen. Jeder durfte seine eigenen Gedanken mit ins Spiel bringen. Und so entstanden wunderschöne Theaterstücke, die vor einer Schar Publikum aufgeführt und mit viel Beifall bedacht wurden.

Dann vor langer Zeit brachte ein Zufall eine Frau in diese Truppe. Die Trommelgruppe hatte einen Auftritt in einer Wohneinrichtung und kein ransportfähiges Auto. Sabine stellte für diesen Auftritt ihr Privatauto zur Verfügung und aus der Not heraus durfte sie sogar mittrommeln, ohne vorher je eine Trommel in der Hand gehabt zu haben.

Mit großer Lust und Laune besuchte sie diese “Grünen Banane” und wurde ganz herzlich aufgenommen. Mit einer Rolle als Gräfin, eine auf deutsch gesagt “sauschwere Rolle” und mit viel Unterstützung, begann ihr Theaterleben. Aus der Gräfin wurde eine verzweifelte Frau, die versuchen wollte einen Baum mit einer Pflaume in ihre Handtasche zu bekommen. Sie scheiterte kläglich, doch das Publikum fand es lustig.

Die Theatergruppe wollte auch ernste Themen in ihrem Repertoire, so hieß das wohl in Künstlerkreisen, spielen. Menschenrechte wurden in verschiedenen Szenen gespielt. Klima Wandel sollte ein Thema werden. Der buntgewürfelte Laienschauspielerschwarm wurde zu Eisbär, Robe, Schneeleopard, Löwe, Pinguin, Zebra, Schwein und Co. Die Landtiere verschlug es nach einem Titanic-Unglück ins Eismeer. Aus dem Schneeleopard wurde eine gealterte Eskimofrau, die ihr ganzes Leben lang nichts anderes als Eis um sich herum gesehen hatte.

Dann verirrten sich Leute in die eisige Gegend die nach Erdöl suchen wollten. Das Dorf kämpfte energisch gegen diesen Wahnsinn. Was sie fanden war lauter Plastikmüll. Ein gemeinsamer Protestgesang sollte das Ende des Theaterstückes sein. Wieder ein schönes Theaterstück was die “Grünen Bananen” mit viel Energie und Spucke entstehen lassen wollten. Ein Teilauftritt brachte Neugier ins Publikum auf weitere spannende Szenen.

Doch die große Stadt und die ganze Welt wurde von einer schrecklichen Pandemie, Namens Corona heimgesucht. Nervige Probenpausen entstanden, doch sie wollten sich nicht unterkriegen lassen. Sie versetzten sich in Alltagspersonen und Charaktere. Handwerker, Ärztin, Kind, KFZ-Mechaniker, Homosexuelle, Alkoholikerin und so weiter.

Wieder nervige Probenpausen. Die “Grünen Bananen” hofften auf ein baldiges Ende um endlich weiter an dem angefangenen Theaterstück arbeiten zu können. Aber keiner wusste wie lange die Pandemie anhält.

Ende

Geschrieben im Oktober 2020 von Sabine Franzelius